FAQ

Textilreiniger, gewerbliche Wäschereien, Endkunden, Behörden, Umweltschutzorganisationen, Verbände der gewerblichen Textilpflege, Berufsgenossenschaften, Umweltämter, Maschinenbauunternehmen, Universitäten und sogar Krankenkassen haben zwischenzeitlich Informationen zu SYSTEMK4 abgefragt.

Zur besseren Übersichtlichkeit haben wir die am häufigsten gestellten Fragen in 2 Zielgruppenkategorien eingeteilt:

Textilreiniger / Interessierte

Hier finden Sie allgemeine Fragen und Antworten zu SYSTEMK4, die von Interessenten, Endverbrauchern und Reinigern häufig an uns gerichtet wurden.

Was versteht man unter SYSTEMK4?

SYSTEMK4 ist ein umweltfreundlicher und absolut sicherer Reinigungsprozess. Die Basiskomponente von SYSTEMK4 ist ein halogenfreies Lösemittel. Es ist so beschaffen, dass es bei sachgemäßem Gebrauch keine Gefahr für Luft, Wasser, Mensch und Boden darstellt. Und hier liegt das große Innovationspotenzial von SYSTEMK4: Das Lösemittel SOLVONK4 hat die gleiche, zum Teil noch bessere Reinigungsleistung wie Perchlorethylen. Gleichzeitig ist SOLVONK4 nach aktuellem Stand der Gesetzgebung in Europa kein Gefahrgut und kein Gefahrstoff! SOLVONK4 ist zudem biologisch abbaubar und dermatologisch mit „Sehr gut“ getestet.

Erstmalig haben wir SYSTEMK4 im Oktober 2010, anlässlich der Fachmesse ExpoDetergo in Mailand, vorgestellt. Das Interesse der internationalen Textilreinigungsbranche an SYSTEMK4 ist hoch.

Die in unseren Informationsbroschüren getroffenen Aussagen werden nicht nur durch eigene Tests im Vorfeld, sondern vor allem auch durch Rückmeldungen aus der Praxis bestätigt. Im Internet und auf verschiedenen sozialen Netzwerken äußern sich Anwender hoch zufrieden über die gemachten Erfahrungen und werben eigenverantwortlich auf ihren regionalen Märkten mit SYSTEMK4 als dem umweltschonendsten Textilreinigungsverfahren in der Lösemittelreinigung.

Über 550 SYSTEMK4-Reinigungsmaschinen in 22 Ländern und das nur 2,5 Jahre nach Markteinführung - ein Beweis für den Erfolg des umweltgerechten Reinigungsverfahrens SYSTEMK4!

Welche Vorteile bietet SYSTEMK4 beim Reinigungsprozess?

Die Qualitäts-Vorteile im Überblick:

  • Ausgezeichnete Reinigungskraft bei wasserlöslichen und fettgebundenen Verschmutzungen.
  • Kaum Vordetachur notwendig.
  • Schonende Reinigung von Textilien, Leder und Pelzen.
  • Reduzierter Finish-Aufwand dank geringer Knitterbildung.
  • Sehr angenehmer und glatter Griff.
  • Hoher Tragekomfort.
  • Leuchtende Farben.
  • Erhöhter Vergrauungsschutz.
  • Frischer Geruch der gereinigten Textilien.

Qualität, die auf der Hand liegt.

SYSTEMK4 weist die gleichen – bei bestimmten Textilarten sogar bessere – Reinigungseigenschaften auf wie Perchlorethylen.

Fettgebundene und insbesondere wasserlösliche Verschmutzungen werden hervorragend beseitigt. Selbst salzhaltige Verfleckungen werden im SYSTEMK4 besser entfernt.

Warum kann man mit SYSTEMK4 umweltschonend reinigen?

Effektiver Umweltschutz.

Wir übernehmen Verantwortung – für den Schutz der menschlichen Gesundheit und unserer gemeinsamen Umwelt. Aus diesem Grund werden alle Komponenten des SYSTEMK4 so hergestellt, dass sie strenge, gesetzlich vorgegebene Umweltauflagen erfüllen und sogar übertreffen. Und das ohne auf beste Reinigungsergebnisse zu verzichten. Mit SOLVONK4 gewährleisten wir sicheres Transportieren, Arbeiten, Entsorgen und Leben.

Sauber durchdacht –
SOLVONK4 für eine nachhaltige Zukunft:

  • Nicht giftig.
  • Kein Gefahrgut, kein Gefahrstoff nach CLP.
  • Günstige Einstufung nach GHS.
  • Biologisch abbaubar.

Welche wirtschaftlichen Vorteile bietet SYSTEMK4?

Vorteile, mit denen Sie rechnen können.


Unser Motto – Kosten senken, und zwar mit System:

  • Einsparung von Energiekosten durch geringeren Aufwand bei Destillation und Trocknung.
  • Hohe Produktivität durch kurze Chargenzeiten.
  • Kostensenkung durch weniger Aufwand bei der Vordetachur.
  • Vermeidung von Mehrfachbearbeitung durch geringe Zahl von Rückläufern.
  • Zeitersparnis durch verringerten Finish-Aufwand.
  • Günstigere Entsorgung der Destillationsrückstände dank des halogenfreien Lösemittels SOLVONK4.
  • Positive Auswirkungen auf die Betriebskosten durch geringere gesetzliche Auflagen.

Zufriedene Kunden werden Sie weiterempfehlen!

Welche Vorteile bietet SYSTEMK4 noch?

Mit Sicherheit die richtige Lösung.

Bei der Entwicklung von SYSTEMK4 standen für uns die Bedürfnisse aller Beteiligten im Mittelpunkt. Unser Ziel war es, ein effektives System zu entwickeln, von dem alle profitieren – vom Reiniger über die Ladnerin bis hin zum Endkunden. Nur so können wir langfristigen Erfolg sichern und gemeinsam in eine sichere Zukunft blicken!

Neben den bereits aufgeführten Vorteilen bietet SYSTEMK4 somit zahlreiche weitere Vorzüge für…

…alle Beteiligten:

SYSTEMK4 ist getestet und dermatologisch absolut unbedenklich. SOLVONK4 ist leistungsfähiger als alle bisherigen Reinigungstechniken. Durch seine Freiheit von Gefahrstoffen (nach CLP-Verordnung) bzw. seiner günstigen allgemeinen Einstufung (nach GHS) findet es zudem schnelle und volle Akzeptanz bei Mitarbeitern, Kunden, Vermietern und Behörden.

…Reinigungsunternehmer:

Stellenweise ist das Betreiben von Reinigungen mit PER-Lösemitteln bereits verboten (z.B. Supermärkte in D) oder in naher Zukunft zum Verbot vorgesehen (z.B. Kalifornien ab 2020). SYSTEMK4 bietet, im Gegensatz zu Perchlorethylen, eine langfristige Lösung für den Reinigungsbetrieb – und das bei kraftvoller Reinigungswirkung ohne Kompromisse.

Da SYSTEMK4 kein Gefahrgut ist, ist die Lieferung schnell, unkompliziert und räumlich unbegrenzt möglich. Kapitalbindung und umfangreiche Lagerhaltung sind passé! Kosten und Aufwand für intensive Schulungen sind mit SYSTEMK4 nicht notwendig. Dies reduziert Risiken und schont Ihr Budget!

…Mitarbeiter der Reinigungsunternehmen:

SYSTEMK4 gewährleistet ein sicheres und einfaches Arbeiten. Der Aufwand bei der Detachur ist um ein vielfaches niedriger.

…Endkunden:

SYSTEMK4 bietet Kunden, die wertvolle Garderobe nur ungern chemisch reinigen lassen, eine echte Alternative. Denn unangenehme Gerüche gehören der Vergangenheit an. SYSTEMK4 gereinigte Textilien sind absolut geruchsneutral. Ein wichtiger Aspekt für Menschen, die besonders geruchsempfindlich reagieren.

Ein System – viele Vorteile!

Müssen Lizenzgebühren für die Nutzung von SYSTEMK4 entrichtet werden?

SYSTEMK4 ist ein innovatives und höchst effizientes Reinigungsverfahren für die gewerbliche Textilpflege, das wir weltweit zum Patent angemeldet haben!

In dieser Erfindung steckt viel Arbeit und finanzieller Aufwand. Patente sind Schutzrechte. Firmen veröffentlichen ihre Erfindungen und erhalten nach erfolgreicher Patenterteilung in den beanspruchten Ländern besagtes Schutzrecht. Um den finanziellen Aufwand zu kompensieren, werden meistens hohe Lizenzgebühren für die Anwendung erhoben.

Wir verzichten auf die Erhebung von Lizenzgebühren für die Anwendung von SYSTEMK4! Wir möchten jedem die Möglichkeit bieten, ohne finanzielle Belastung durch Lizenzgebührenauf das umweltgerechte und leistungsfähige Reinigungsverfahren umzustellen - denn Umweltschutz geht uns alle an!

Das bedeutet für unsere Kunden, dass die Anwendung von SYSTEMK4 kostenfrei möglich. Jedoch ist diese an die Verwendung von unseren SYSTEMK4-Produkten gebunden. Denn nur durch den Einsatz unserer Systemprodukte kann die Zuverlässigkeit und Sicherheit des Reinigungsverfahrens gewährleistet werden.

Wurde SOLVONK4 dermatologisch getestet?

Das Lösemittel SOLVONK4 wie auch der Reinigungsverstärker CLIPK4 wurden von einem unabhängigen Prüfinstitut auf Hautverträglichkeit getestet.

Beide Produkte haben mit dem Testergebnis „sehr gut“ abgeschnitten. Damit kann das Risiko von Hautirritationen bei gesunder Haut ausgeschlossen werden.

Dieses positive Prüfergebnis gibt dem Reinigungsbetrieb, den Angestellten und den Kunden mehr Sicherheit.

Gibt es für SYSTEMK4 ein internationales Pflegekennzeichen?

Bisher existiert für SYSTEMK4 kein internationales Pflegekennzeichen nach ISO 3758. Dafür ist die Zeit seit der Einführung im Oktober 2010 zu kurz. Der Erhalt eines internationalen Pflegekennzeichens nach ISO-Standard ist ein langer Weg. Von der Antragstellung bis zum Erhalt eines Pflegekennzeichens vergehen meist viele Jahre.

EFIT hat am 10. April 2013 ein Forschungsprojekt  gestartet: „Untersuchung des Verhaltens neuer Lösemittel für die Textilpflege beim Reinigen und der Nachbehandlung im Vergleich zu den herkömmlich Lösemitteln Per und KWL“ .

Schon in der Vorbesprechung wurde signalisiert, dass man man tendiere, SOLVONK4 dem Pflegekennzeichen "P" zuzuordnen. Das Pflegekennzeichen "P" umfasst Kennzeichnung "F" - mit dieser Zuordnung hätte SYSTEMK4 die Lösemittelreinigung mit einem Schlag komplett abgedeckt.

Wo kann man sich eine SYSTEMK4-Reinigung unter Praxisbedingungen ansehen?

Um sich einen persönlichen Eindruck von SYSTEMK4 in der Praxis zu verschaffen, steht in unserem Technikum in Wiesbaden eine 15 kg-Reinigungsmaschine zur Verfügung. Es ist auch möglich, eigene Textilien für Probereinigungen mitzubringen. Interessenten sind herzlich eingeladen, mit uns Kontakt aufzunehmen! Um Besuche besser koordinieren zu können, bitten wir aber um vorherige telefonische Absprache. Schulungen zu SYSTEMK4 bieten wir ebenfalls regelmäßig an. Schulungstermine

Gerne vermitteln wir auch einen Besuch in Reinigungsbetrieben unserer Kunden.

Lassen sich bestehende A III Reinigungsmaschinen auf SYSTEMK4 umbauen?

Wir sehen uns generell als Partner der Maschinenindustrie. In technischen Fragen zur Maschinentechnik möchten wir uns neutral verhalten. Es gibt verschiedene Argumente, die zu bedenken sind. Bei älteren Reinigungsmaschinen ist der technische Aufwand in der Regel nicht zu vertreten. Weiterhin gilt es auch rechtliche Fragen zu bedenken wie z.B. Garantien bzw. Maschinenzulassungen auf bestimmte Lösemittel.

Die meisten Hersteller beantworten diese Frage generell mit Nein. BÖWE bietet bisher als einziges Unternehmen Umbausätze für bestimmte Maschinentypen an. Durch Abfrage von Typ und Seriennummern bzw. Ausführung kann der Maschinenpartner diese Frage am besten beantworten.

Bei der Frage einer möglichen Umrüstung auf SOLVONK4 darf die Betriebssicherheit der Maschine niemals in Frage stehen. Die wesentlichen Änderungen von Parametern betreffen die Phase während und am Ende der Trocknung. Es geht darum, die Restlösemittelkonzentration in der Trommel auf ein Mindestmaß zu begrenzen. Die Herausforderung für den Maschinenbau liegt darin, extrem emissionsarme Maschinen zu bauen. Generell hat SYSTEMK4 einen Entwicklungsschub im Reinigungsmaschinenbau ausgelöst!

Die Chargenzeiten für 2 Bad-Reinigungsverfahren im SYSTEMK4 liegen üblicherweise im Bereich von 1 Stunde. Die meisten Maschinenhersteller bieten mittlerweile SYSTEMK4-Maschinen an, die nach Herstellerangaben für verschiedene halogenfreie Lösemittel zugelassen sind. Installation und Betrieb einer solchen Reinigungsmaschine sichert und erhält dem Reiniger damit ein Höchstmaß an Unabhängigkeit und Flexibilität. Eine Investition in SYSTEMK4-Reinigungstechnik ist damit keine Einbahnstraße und die technische Ausstattung dieser Maschinen als sehr emissionsarme Reinigungsmaschine würde auch beim Wechsel auf ein anderes Lösemittel die Einhaltung der geforderten Grenzwerte, wie z.B. für KWL in Deutschland, problemlos ermöglichen.

Was ist SOLVONK4?

SOLVONK4 – Das halogenfreie Lösungsmittel.

SOLVONK4 unterscheidet sich in seinen Eigenschaften deutlich von den konventionellen Lösemitteln in der Chemischreinigung. Es handelt sich um ein halogenfreies, organisches Lösemittel mit einer Reinheit von über 99 % und exzellenter Reinigungsleistung.

Das innovative Lösemittel vermag nicht nur lipophile, sondern eben auch hydrophile, also wassergebundene Verschmutzungen zu lösen und aufzunehmen. Neben der ausgezeichneten Reinigungskraft von SOLVONK4 haben gereinigte Textilien einen angenehmen und glatten Griff. Auffällig sind auch minimaler Faserabrieb beim Reinigungsprozess sowie eine geringe Knitterbildung. SOLVONK4 unterliegt in Europa ähnlich wie KWL bzw. Cyclosiloxan D5 der VOC-Richtlinie, in Deutschland umgesetzt durch die 31. BImSchV. Nach aktuellem Stand der Gesetzgebung ist SOLVONK4 in Europa kein Gefahrgut und kein Gefahrstoff! Auch nach der ab Dezember 2010 für Stoffe gültigen CLP-Einstufung bleibt SOLVONK4 auf dem europäischen Markt kennzeichnungsfrei. SOLVONK4 ist biologisch abbaubar und dermatologisch mit „Sehr gut“ getestet.

Diese genannten Eigenschaften in Kombination mit einer sehr günstigen Einstufung im Rahmen der Gefahrstoffverordnung sind einzigartig und bisher nicht erreicht. Die Ergebnisse von Pre-Market-Tests zeigen, dass SOLVONK4 das Potenzial hat, zum Paradigma für die Chemischreinigung zu werden.

Alle Vorteile auf einen Blick:

  • Halogenfrei.
  • Reinheit > 99 %.
  • Ausgezeichnete Reinigungsleistung – wirksam gegen fett- UND wassergebundene Verschmutzungen.
  • Geringer Finish-Aufwand und angenehmer Griff.
  • Kein Gefahrgut und kein Gefahrstoff in Europa (CLP).

Hat SOLVONK4 einen Eigengeruch?

Das Lösemittel SOLVONK4 hat einen charakteristischen Geruch. Die Geruchsschwelle - d.h. die Konzentration, ab der man DBM riechen kann - liegt sehr niedrig, im Bereich weniger mg/m³. Die meisten anderen Lösemittel haben ebenfalls einen typischen Eigengeruch.

Endkunden erwarten perfekte, fleckenfreie und optimal gebügelte Garderobe mit neutralem Geruch. Seit Markteinführung wurde der Geruch des Lösemittels intensiv und kontrovers diskutiert. Die Geruchsbelastung beim Entladen der gereinigten Ware in der Praxis ist sehr gering. Bereits wenn die Ware auf Bügel gehängt wird, ist der Geruch nicht mehr oder kaum noch wahrnehmbar.

Die Diskussion beschränkt sich somit weitgehend auf den Bereich der Schulterpolster. Wenn die Trocknungsparameter jedoch optimal eingestellt sind, ist der Warengeruch schon vor dem Finish sehr gering bzw. nicht mehr vorhanden.

Jedoch kann es zu unerwünschten Geruchsproblemen kommen, deren Ursache nicht das Lösemittel ist, sondern falsche Einstellungen der Maschinenparameter oder schlechte Wartung der Reinigungsmaschinen. Wie diese Art der Geruchsprobleme beseitigt werdcen kann, lesen Sie unter "Wie lassen sich Geruchsprobleme beseitigen?".

Wie unterscheidet sich SOLVONK4 von anderen Lösemitteln?

Eigenschaften und Einstufung von Lösemitteln im Vergleich

  SOLVONK4 Per KWL CS-D5
Dichte 0,83 g/ml 1,62 g/ml 0,78 g/ml 0,95 g/ml
Siedepunkt 180,5 °C 121,1 °C 180-210 °C 211 °C
KB-Wert 75 90 25 13
Flammpunkt 62 °C --- 57-64°C 77°C
Verdunstungszahl 67 10 80-120 >120
EG-Einstufung --- Xn;N; R40-51/53 canc. Kat.3 Xn R65-66 ---
CLP (Umsetzung GHS in Europa) --- ACHTUNG

Mensch;r Umwelt;r

3.6/2 Karz. 2; H351; 4.1/2; H411
GEFAHR

Mensch;r

3.10/1 Asp. 1; H304; EUH066
---
GHS ACHTUNG 2.6/4; H227 ACHTUNG

Mensch;r Umwelt;r

3.6/2 Karz. 2; H351; 4.1/2; H411
GEFAHR

Mensch;r

3.10/1 Asp. 1; H304; 2.6/4; H227
ACHTUNG 2.6/4; H227

Wie ist das Destillationsverhalten bei SOLVONK4?

Zur Ermittlung physikalischer Daten haben wir eine auf derartige Fragestellungen spezialisierte Hochschule kontaktiert und an deren physikalischen Institut Daten ermitteln lassen. Eine Vielzahl von Eigenschaften wie Tensidlöslichkeiten und wichtige Daten wie die Verdampfungeenthalpie, eine der Kenngrößen für den Energieaufwand beim Destillieren, wurden ermittelt.

Die Untersuchung hat ergeben, dass ein Dampfdruck von ca. 2,7 bar (4,5 – 5 bar Dampfdruck sind üblich) für die Destillation ausreicht. Somit ist SOLVONK4 einfach zu destillieren.

Wie hoch ist der Flammpunkt?

Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Bestimmungsmethoden für die Flammpunktmessung organischer Lösemittel.

Die Flammpunktmessung im geschlossenen Tiegel (Closed Cup) nach Pensky Martens (PMCC) ist die gängigste Methode für organische Lösemittel und wurde früher auch bei der Klassifizierung brennbarer Flüssigkeiten zugrunde gelegt (VBF – Klasse A III, nicht wassermischbar, Flammpunktanforderung für diese Klasse aktuell > 60 °C PMCC).

Der Flammpunkt von SOLVONK4 liegt bei 62 °C. Unabhängige zertifizierte Analysenlabors haben für SOLVONK4 den Flammpunkt von 64,5 °C PMCC bestätigt.

Die auf einer standardisierten Messmethode basierende Flammpunktbestimmung hängt entscheidend von der Reinheit des zu prüfenden Lösemittels ab. In chemischen Datenbanken wie GESTIS und anderen über das Internet zugänglichen Quellen sind teilweise auch ohne Nennung der Quelle physikalische Daten wie z.B. Flammpunkte publiziert. Hierbei ist zu erwähnen, dass viele dieser früher ermittelten Daten noch aus einer Zeit stammen, wo DBM entweder nur als internes Zwischenprodukt für weitere Synthesen in technischer Qualität eingesetzt wurde oder technische Reinheit für weitere Anwendungen vollkommen ausreichend war. SOLVONK4 ist ein DBM mit einer Reinheit > 99 %. Analysenergebnisse von Produktionschargen ergeben üblicherweise Reinheiten von 99,5 % und höher. Differenzen sind weiterhin damit zu erklären, dass einige Daten gemessen, während andere Daten über Modellrechnungen ermittelt wurden.

Gehört eine Flammpunktmessung zum Kreussler-Service?

Verwendern von SYSTEMK4-Reinigungstechnik bieten wir die kostenlose Flammpunktmessung von sauber abgefüllten Lösemittelproben aus dem Reintank an!

Wir bzw. unser anwendungstechnische Service stellt auf Anforderung kostenlos geeignete 250 ml-Probenbehälter zur Verfügung. Der Versand der ordnungsgemäß deklarierten und gut verschlossenen Lösemittelprobe erfolgt zu Lasten und in Verantwortung des Kunden. Das Analysenergebnis wird dem Kunden nach erfolgter Messung automatisch per Zertifikat mitgeteilt. Dieses wird im Falle einer Überprüfung durch Aufsichtsbehörden akzeptiert. Somit kann der Reiniger belegen, dass er seinen betriebsinternen Überwachungspflichten nachgekommen ist.

In Deutschland bieten wir diesen kostenlosen Kundenservice auch im Rahmen des DTV-Gutscheinheftes an.

Was können die Ursachen für Geruchsprobleme bei SYSTEMK4 sein?

  • Neumaschinen sind evtl. nicht sauber.
  • Es ist kein 2. Reduzierventil vorhanden (Trocknung 4,5 bar / Destillation 2,4 bar).
  • Destillationstemperatur ist in Maschinenparametern zu hoch eingestellt.
  • Destillationsabscheider füllt von alleine klein Wasser auf.
  • Filterkartuschen werden zu selten oder nie gewechselt.
  • Mangelhafte Wartung (insbesondere Wasserabscheider).
  • Einbadverfahren mit Rückführung Flotte in Arbeitstank als Standardverfahren.
  • Ungenügende Trocknung.

Wie lassen sich Geruchsprobleme beseitigen?

  • Destillationsparameter prüfen und ggf. neu einstellen.
  • Wasserabscheider und Tanks säubern.
  • FMB Wasserabscheider benötigt zur Leerung Icon 50.
  • Lösemittel über ADSORBON filtrieren.
  • Lösemittel destillieren.
  • PERAMON einsetzen.
  • Regelmäßige Wartung Wartungsplan zur Maschinenpflege

Ist SOLVONK4 ein VOC-Lösemittel?

Aufgrund der unterschiedlichen Definitionen und Regularien der Länder ist es sehr schwierig, allgemein gültige Aussagen zu diesem Thema zu treffen. Die Definition, ob ein organisches Lösemittel einer VOC-Regulierung unterliegt, muss länderspezifisch beantwortet werden.

Europa- VOC-Richtlinie 1998/13/EG

SOLVONK4 ist ein halogenfreies, organisches Lösemittel und unterliegt in der EU der Europäischen VOC-Richtlinie (Volatile Organic Compound). Die EU-Mitgliedstaaten haben diese Richtlinie in nationales Recht umgesetzt.

Die VOC-Verordnung in Europa schreibt vor, dass ein Grenzwert von 20 g Lösemittelverlust/kg gereinigtem Textil nicht überschritten werden darf.

Das heißt nicht automatisch, dass Reinigungsmaschinen 20 g Lösemittel pro kg Reinigungsgut in die Atmosphäre emittieren. Der wesentliche Teil des Lösemittelverlustes - oder anders ausgedrückt: die Notwendigkeit Lösemittel nachzufüllen - ergibt sich daraus, dass Schlämme aus dem Destillierbehälter der Reinigungsmaschinen hochviskos aber immerhin flüssig in den Entsorgungsbehälter abgepumpt werden. Der Lösemittelgehalt dieser flüssigen Entsorgungsrückstände liegt bei ca. 35 – 45 %. Weitere im Rückstand vorhandenen flüssigen Bestandteile sind Öle und Fette (Hautfette) aus der Bekleidung und Tensidrückstände aus dem Reinigungsverstärker. Feststoffe stammen ebenfalls aus dem Schmutz (wie z.B. Flusen, Faserabrieb und normalerweise hohe Anteile an Pigmentschmutz). Diese Destillationsrückstände werden von zertifizierten Entsorgerfirmen eingesammelt, um dann entweder recycelt oder thermisch verwertet zu werden.

Für die halogenfreien Destillationsrückstände bzw. -schlämme aus SYSTEMK4 – Reinigungsanlagen gibt es in der EU einheitliche Abfallschlüsselnummern. Die gängigste Abfall-Schlüsselnummer ist die EC 140 603.
Diese Abfallschlüsselnummer ist identisch mit der Abfall-Schlüsselnummer für andere halogenfreie Destillationsschlämme, wie z.B. KWL- Rückstände.


Um eine Unterschreitung des gesetzlich festgelegten Grenzwertes zu belegen, ist der Textilreiniger verpflichtet, eine Lösemittelbilanz zu erstellen:

Differenz von Lösemittel in Tanks und Filtern der Maschine
+
eingekauftes oder nachgefülltes Lösemittel inklusive dem etwaigen VOC- Gehalt der eingesetzten Hilfsmittel

errechneter Lösemittelverlust über die Schlammentsorgung (dafür erhält der Reiniger von seinem Entsorger ein Zertifikat)
=
Lösemittelverlust für den Zeitraum eines Jahres.

Um den Lösemittelverlust in kg ausdrücken zu können, muss das Lösemittelvolumen mit der Dichte des Lösemittels (für SOLVONK4: 0,835 g/ml gem. Sicherheitsdatenblatt Kap.9) multipliziert werden.

Dieser Wert muss nun durch das Gesamtgewicht der gereinigten Textilien im Betrachtungszeitraum dividiert werden.

Im Normalfall wird diese Berechnung einen Wert zwischen 4 bis 10 g Lösemittelverlust/kg Textil ergeben. Hat der Textilreiniger nicht die Möglichkeit, jede Reinigungscharge durch Wiegen zu erfassen, können die gezählten Reinigungschargen am Zähler (ohne Zählung abgelaufener Wartungsprogramme) der Maschine mit einem realistischen Beladefaktor von 60 – 70 % der Maschinenkapazität multipliziert werden, um näherungsweise auf das Gewicht der gereinigten Textilien pro Jahr zu kommen.

Da möglicherweise nicht für jedes einzelne Rückstandsfass der Lösemittelgehalt bestimmt werden kann, akzeptieren Überwachungsbehörden einen realistischen, rechnerischen Lösemittelgehalt im Rückstand. Aktuell beträgt dieser Wert 60 Gew.-%  (Gewichtsprozent). Er sollte im Zweifelsfall aber bei der Behörde nachgefragt werden. In Großbritannien wird im Zuge einer Überarbeitung der Solvent Emission Directive (SED) eine Reduzierung dieses Wertes auf 50 Gew.-%  Lösemittelgehalt im Rückstand diskutiert.


Aus dem Praxisbetrieb von SOLVONK4-Maschinen ist nach den bisher vorliegenden Erfahrungen mit einem Lösemittelverlust in der Größenordnung von 0,4 – 0,6 % bezogen auf das Gewicht der gereinigten Textilien zu rechnen.

Natürlich hängt dies auch von den Betriebsverhältnissen ab. Der Lösemittelverlust liegt aber auf jeden Fall unter 1 Gew.-%  der gereinigten Ware.

Wird der Rückstand durch drastische Destillationsbedingungen reduziert, steigt das Risiko, dass unangenehme Gerüche wieder ins Lösemittel überdestillieren bzw. wasserdampfflüchtige Geruchsstoffe beim Einblasen von Direktdampf das Lösemittel kontaminieren. Bei einer zu erwartenden Entsorgung von ca. 1 bis maximal 2 Fässern Rückstand pro Jahr - bezogen auf eine durchschnittliche Maschinengröße von ca. 16 kg - ist der relativ geringe Lösemittelverlust akzeptabel.

Deutschland

Die europäische VOC-Verordnung wurde in Deutschland mit der 31.BImSchV umgesetzt. SOLVONK4 unterliegt, wie alle anderen halogenfreien VOC, in Deutschland dieser Verordnung. Es gilt den Grenzwert nach Annex III Nr.3.1.1 von 20 g Lösemittelverlust/kg gereinigtem Textil einzuhalten.

In Deutschland werden in der 31.BImSchV nach Annex III, Nr.3.1.2 „besondere Anforderungen“ gestellt, welche ausdrücklich auf KWL bezogen sind. Es gilt, einen Grenzwert von 5 g KWL/m³ am Ende der Trocknung einzuhalten und diese Einhaltung des Grenzwertes Kontrollbehörden auf Anfrage zu dokumentieren. Weiterhin sind KWL-Maschinen so zu betreiben, dass die Massenkonzentration an flüchtigen organischen Verbindungen im abgesaugten, unverdünnten Abgas ab einem Massenstrom von mehr als 0,2 kg/h gemittelt über die Trocknungs- und Ausblasphase 0,15 g/m³ nicht überschreitet.

Diese nur in Deutschland geltenden „besonderen Anforderungen“ für KWL finden auf SOLVONK4 keine Anwendung! SOLVONK4 ist von der chemischen Struktur kein Kohlenwasserstoff. Zudem ist SOLVONK4 zum aktuellen Stand der Gefahrstoffverordnung nach CLP in Europa kein Gefahrstoff. Ein überwachungspflichtiger Grenzwert am Ende der Trocknung existiert für SOLVONK4 nicht.

 

Schweiz

Die Schweiz steuert VOC-Emissionen durch die VOC-Lenkungsabgabe, die eine Positivliste darstellt und bei Grenzüberschritt den Importeur zur Zahlung der Lenkungsabgabe über die vergebene Zolltarifnummer verpflichtet.

Wir haben die zuständige Behörde kontaktiert und für SOLVONK4, wie auch für VINOYK4, eine Ausnahme von der VOC-Lenkungsabgabe erwirkt.


USA

In den USA ist Dibutoxymethan nach Definition der EPA ebenfalls ein VOC. In Kalifornien steht Dibutoxymethan nicht auf der Liste der zugelassenen Ausnahmen und wird deshalb auch als VOC-Lösemittel eingestuft.

Wie werden die Destillationsrückstände von SOLVONK4 entsorgt?

Für diese halogenfreien Destillationsrückstände bzw. -schlämme aus SYSTEMK4 – Reinigungsanlagen gibt es in der EU die einheitliche Abfallschlüsselnummer EC 140 603. Diese Abfallschlüsselnummer ist für alle halogenfreie Destillationsschlämme vorgesehen (z.B. KWL- Rückstände).

Der Lösemittelgehalt dieser flüssigen Entsorgungsrückstände liegt bei ca. 35 – 45 % und wird von zertifizierten Entsorgerfirmen eingesammelt, um dann entweder recycelt oder thermisch verwertet zu werden. Weitere im Rückstand vorhandenen flüssigen Bestandteile sind Öle und Fette (Hautfette) aus der Bekleidung und Tensidrückstände aus dem Reinigungsverstärker. Feststoffe stammen ebenfalls aus dem Schmutz (wie z.B. Flusen, Faserabrieb und normalerweise hohe Anteile an Pigmentschmutz).

Die in der EU übliche Entsorgung des Abfalls bzw. der Destillationsrückstände durch zertifizierte Entsorgungsunternehmen empfehlen wir generell auch für Länder, in denen solche Abfallentsorgung aus der Textilreinigung möglicherweise nicht gesetzlich geregelt ist.

Wie muss das Kontaktwasser von SOLVONK4 entsorgt werden?

Textilreinigungsmaschinen erzeugen im Durchschnitt - bezogen auf eine 20 kg-Reinigungsmaschine - etwa 5 - 8 Liter Kontaktwasser pro Tag. Da die Textilien in modernen, emissionsarmen Reinigungsmaschinen übertrocknet werden, stammt der wesentliche Teil des Kontaktwassers aus den Textilien selbst. Der Wasser- bzw. Feuchtigkeitsgehalt einer durchschnittlichen Reinigungscharge kann, bezogen auf mitteleuropäisches Klima, mit ca. 3 - 5 Gew.-% geschätzt werden.

Die Behandlung bzw. Entsorgung dieses Kontaktwassers muss entsprechend der gültigen, lokalen Bestimmungen erfolgen. Um beurteilen zu können, ob dieses Kontaktwasser ins öffentliche Kanalnetz eingeleitet werden kann oder nicht, sollte der Textilreiniger mit seiner zuständigen Aufsichtsbehörde sprechen. Da Reinigungsmaschinen bzw. deren Betrieb normalerweise anzeigepflichtig sind, und die Behörde zumindest das Sicherheitsdatenblatt der eingesetzten Produkte und Daten zur Reinigungsmaschine anfragt, sollte die Frage des Kontaktwassers bei dieser Gelegenheit geklärt werden.

Um eine Risikoabschätzung hinsichtlich des anfallenden Kontaktwassers aus Reinigungsmaschinen vornehmen zu können, wurde der Lösemittelanteil im Kontaktwasser von einem zertifizierten Labor ermittelt. Eine SOLVONK4-Probe wurde zu diesem Zweck mit der doppelten Menge an Wasser intensiv geschüttelt und anschließend 1 Woche stehen gelassen. Die Bestimmung des Lösemittelgehaltes und aller fettigen bzw. öligen Bestandteile in der Wasserphase erfolgte mit einer aus der Abwasseranalytik bekannten Messmethode nach DIN EN ISO 9377-2-H53 und ergab einen Wert von 3 mg/l.

Aufgrund dieses extrem niedrigen Lösemittelgehaltes im Kontaktwasser, der sehr günstigen Einstufung nach Gefahrstoffverordnung, der positiven Klassifizierung WGK 1 nach der in Deutschland geltenden Wassergefährdungsklasse und unter Berücksichtigung dieses minimalen, pro Arbeitstag anfallenden Gesamtvolumens sehen wir bei klarem Aussehen des Kontaktwassers keine Gefahr darin, das Kontaktwasser ins öffentliche Kanalnetz einzuleiten. SOLVONK4 ist, wie im Sicherheitsdatenblatt beschrieben, als biologisch abbaubar eingestuft.

In Deutschland ist nach Anhang 55 der Wäschereiverordnung der Grenzwert für Öle und Fette im gewerblichen Abwasser auf 20 mg/l Abwasser festgesetzt. Das Analysenergebnis einer Wasserlöslichkeit von 3 mg SOLVONK4/l Kontaktwasser würde den für Wäschereien geltenden Grenzwert zur Einleitung ins öffentliche Kanalnetz somit weit unterschreiten und entspricht damit den in Deutschland geltenden Einleitebedingungen für gewerbliche Abwässer.

Die Behandlung des anfallenden Kontaktwassers aus SYSTEMK4-Textilreinigungsmaschinen MUSS in den jeweiligen Ländern unter Beachtung der gültigen gesetzlichen Vorschriften erfolgen.

Behörden / Institutionen

Hier finden Sie spezielle Fragen und Antworten zur chemischen Struktur von SYSTEMK4. Diese Fragen wurden von Behörden, Umweltschutzorganisationen, Verbänden der gewerblichen Textilpflege, Berufsgenossenschaften oder Umweltämtern gestellt.

Wie ist die chemische Zusammensetzung von SOLVONK4?

IUPAC Name: 1-(Butoxymethoxy)butan

Unser Handelsname des Lösemittels 1-(Butoxymethoxy)butan ist SOLVONK4.
Wie in der Chemie vielfach üblich, können als Namensbezeichnung noch weitere Synonyme existieren, die wesentlichen und gängigen Namen / Synonyme sind: Dibutoxymethan (DBM);  1,1‘-(Methylenbis(oxy)dibutan; Butan, 1,1‘-(Methylenbis(oxy)-bis -;  Formaldehyd-dibutylacetal;  Butylal; Di-n-butylformal; Dibutylformal; Di-n-butoxymethan.

Behörden identifizieren Chemikalien nach international zugänglichen Identifikationsnummern wie CAS- oder EG- bzw. EC-Nummern.
1-(Butoxymethoxy)butan wird aufgeführt als:
CAS: 2568-90-3
EC-Nr.: 219-909-0
REACH-Vorregistriernummer: 05-2114647185-46-0000

Chemische Struktur von Dibutoxymethan (DBM):

Chemische Summenformel: C9H20O2; Mittleres Molekulargewicht MG: 160,25 g/mol
In Europa ist CAS 2568-90-3 REACH vorregistriert und wird bei der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) in Helsinki bis 1. Juni 2013 registriert. Die für eine Registrierung notwendigen beabsichtigten Verwendungen von DBM, von industrieller Anwendung bis zu den Verwendungen bei unseren Kunden im Betrieb, haben wir berücksichtigt und gemeldet.

Was sind Acetallösemittel?

Acetale kann man chemisch als den Sonderfall einer Dietherverbindung sehen. Allerdings unterscheiden sich Acetale hinsichtlich Struktur, Synthese und chemisch/physikalischer Eigenschaften von klassischen Ethern.

Das Charakteristikum der Acetale ist die chemische Bindung, die in der Chemie als Acetalbindung bekannt ist. In der organischen Synthese wird die Acetalisierung zum Schutz von reaktiven Zentren in einem Molekül während eines Reaktionsschrittes verwendet.

Die Acetalbindung ist eine sehr häufig in der Natur vorkommende Bindungsart der organischen Chemie. Die bekanntesten Beispiele findet man in der Zuckerchemie. Auch der Aufbau von Gerüststoffen in Pflanzenmaterialien wie Holz oder Baumwolle, genauer die Bildung von Cellulose (Grundmonomereinheit der Baumwolle ist die Cellubiose, hier in ß-glycosidischer Bindung) oder als Energiespeicher wie Stärke (ἁ-glycosidisch gebunden) zeigt ebenfalls die charakteristische Acetalbindung.

Acetale sind bekannt für ihre Stabilität im neutralen und alkalischen Medium.

Wie erfolgt die SOLVONK4-Synthese?

Formaldehyd wird mit Butanol sauer katalysiert zur Reaktion gebracht und reagiert im 2. Reaktionsschritt über die Stufe des Halbacetals mit einem weiteren Mol Butanol zum Vollacetal (Dibutoxymethan) bzw. SOLVONK4. Anschließend wird das Reaktionsprodukt neutralisiert und mittels Destillation aufgereinigt.

Wie stabil ist SOLVONK4?

Wie durch das Waschen von Baumwollgeweben bekannt, ist die Acetalbindung im Alkalischen sehr stabil. Im Sauren, wie z.B. bei der Entfernung von Rostflecken, kann die Baumwolle geschädigt werden und durch Verminderung des Polymerisationsgrades in der Reißfestigkeit nachlassen.

Charakteristisch für Acetale ist die ausgeprägte Stabilität über einen sehr weiten pH-Bereich von ca. 4 – 14.

Im Sauren, in Gegenwart von Wasser und von Hitze werden Acetale durch Hydrolyse gespalten. Diese Bedingungen sind aber in der Lösemittelreinigung vollkommen unüblich. Auch in allen anderen Lösemittelreinigungsverfahren wird zum Schutz der Reinigungsmaschinen vor Korrosion sorgfältig darauf geachtet, dass der pH-Wert im Lösemittel und Kontaktwasser der Anlagen nicht in den sauren Bereich absinkt.

Bei Reinigungsmaschinen wird im Falle eines sauren pH die Schutzschicht des Kupferkühlers beschädigt. Die Folge ist ein Phänomen, das als Blaulauf im Wasserabscheider bekannt ist. Verursacht wird es durch Kupferkorrosion. Die Blaufärbung der Wasserphase im Wasserabscheider wird durch den wasserlöslichen Kupfertetraminkomplex verursacht. Ein klares Indiz von Kupferkorrosion in der Maschine. Das Problem wird durch Zugabe von PERAMON und routinemäßige Kontrolle des pH-Wertes verhindert.

Ist es aus irgendwelchen Gründen in Reinigungsmaschinen zu Kupferkorrosion gekommen, muss der pH des Lösemittels kontrolliert und gegebenenfalls neutralisiert werden. Der Blaulauf selbst hat keine Auswirkungen auf die gereinigten Textilien. Um langfristig Lochfraß im Kühler zu verhindern und um das Risiko eines Kühlwassereintritts in das Lösemittel auszuschließen, sollte der beschädigte Kupferkühler jedoch ersetzt werden.

Das weltweit am häufigsten eingesetzte Lösemittel Perchlorethylen ist alkalisch stabilisiert. Der alkalische Stabilisator, der bei Frisch-Per oder auch bei qualitativ gutem Per-Regenerat schon vom Hersteller zugesetzt ist, neutralisiert eingeschleppte Säuren und schützt Per vor autokatalytischer Zersetzung. Wenn der Stabilisator im Laufe der Zeit verbraucht wurde und der pH-Wert in der Wasserphase abgesunken sein sollte, muss nachstabilisiert werden. Teilweise ist es dann auch nötig, das Lösemittel zu neutralisieren.

Ein weiterer Grund für ein Absinken des pH im Lösemittel, vor allem in der Per-Reinigung, kann ein zu hoher Dampfdruck > 4,5 bar bei dampfbeheizten Maschinen sein. Wir empfehlen, den Dampfdruck der Maschinen regelmäßig zu kontrollieren. Der Einbau eines Dampfreduzierventils und Begrenzung des Dampfdruckes auf ca. 4,5 bar direkt vor dem Einlass in die Destillierblase löst das Problem in er Regel sehr schnell.

SOLVONK4 ist schon durch die Herstellung schwach alkalisch eingestellt. Nach der Synthese wird das Lösemittel neutralisiert. Auch die übrigen SYSTEMK4-Produkte sind ebenfalls auf einen schwach alkalischen pH-Wert eingestellt.

Zur Lösemittelpflege in der Destillation wird die Verwendung von PERAMON empfohlen. PERAMON neutralisiert die in der Destillierblase eingetragenen Säuren, die z.B. über den Schmutz oder Hautfette eingebracht werden können. Weiterhin enthält PERAMON Korrosionsschutzadditive und Geruchsabsorber für schlechte Gerüche. PERAMON sorgt für hygienische Zustände im Lösemittel und in der Reinigungsmaschine!

Hier finden Sie die Dosier- und Anwendungsempfehlungen für PERAMON.

Wie verhält sich die Dampfdruckkurve?

Für Maschinenbauunternehmen, die die Lösemittelkonzentrationen in der Trocknungsphase oder am Ende der Charge mit kalibrierten Sensoren messen wollen, ist die Kenntnis des temperaturabhängigen Gleichgewichtsdampfdruckes eine Vorbedingung.

Aus der Literaturstelle J. Chem. Eng. Data  2000, 45, 988-990 [M. P. Tulinska et A. M. Szafranski] wurden Messdaten entnommen und die gesättigte Dampfdruckkurve für 99,98 % Dibutoxymethan erstellt. Auf der Datenbasis dieser Literaturstelle liegt der Dampfdruck extrapoliert auf 20°C bei 0,133 hPa (0,133 mbar).

Abbildung: Dampfdruckkurve SolvonK4 - Dibutoxymethan; entnommen aus: J. Chem. Eng. Data  2000, 45, 988-990 [M. P. Tulinska et A. M. Szafranski]

 

Eigene Messergebnisse der Gleichgewichtsdampfdruckkurve von hochreinem SOLVONK4, durchgeführt von einem zertifizierten Analysenlabor, ergaben einen gemessenen Dampfdruck bei 20 °C von 0,78 hPa.

Dieser Wert liegt sehr dicht an dem berechneten Dampfdruckwert der polnischen Literaturstelle. Den kompletten Prüfbericht mit allen Messdaten des Gleichgewichtsdampfdruckes bis zum Siedepunkt von DBM (SOLVONK4) stellen wir auf Anfrage gerne zur Verfügung.

Die übrigen wichtigsten physikalischen Daten von SOLVONK4 können im Sicherheitsdatenblatt nachgelesen werden.

Wie hoch sind die Emmisionsgrenzwerte?

Für Berufsgenossenschaften, Krankenversicherungen und Kontrollbehörden stellt sich die Frage nach der Notwendigkeit einer Festsetzung von Emissionsgrenzwerten oder Arbeitsplatzkonzentrationen zum Schutz von Mensch und Umwelt.

Messungen in der Trommel der Reinigungsmaschine am Ende der Trocknungsphase, durchgeführt bei FMB in Bologna, ergaben Dampfkonzentrationen zwischen 350 – 400 mg SOLVONK4/m³. Alle Messungen wurden mittels eines kalibrierten Messgerätes vorgenommen.

Vergleicht man die genannten Lösemitteldampfkonzentrationen in der Reinigungstrommel am Ende der Charge mit denen in Deutschland nach der 2.BImSchV gültigen Grenzwerten für Perchlorethylen von 2000 mg Per/m³ oder den nach der 31.BImSchV für KWL gültigen Grenzwerten von 5000 mg KWL/m³ ist es unstrittig: SYSTEMK4-Reinigungsmaschinen sind nach Stand der Technik sehr emissionsarm.

Perchlorethylen wie auch KWL sind nach Gefahrstoffverordnung als Gefahrstoffe eingestuft und haben beide entsprechend ihrer Klassifizierung überwachungspflichtige Grenzwerte.

Für SOLVONK4 gibt es keine überwachungspflichtigen Emissionsgrenzwerte!

Bei solch geringen Dampfkonzentrationen in der Trommel der Reinigungsmaschine gibt es aufgrund der aktuellen Gefahrstoffeinstufung auch keinen Grund, Emissionsgrenzwerte festzusetzen.

Wir haben ein auf Luftprobenmessungen spezialisiertes Analysenlabor beauftragt, die Raumluft während des Reinigungsbetriebs einer SYSTEMK4-Reinigungsmaschine im Firmentechnikum in Wiesbaden messen analysieren zu lassen. Raumluftproben wurden personenbezogen in der Bügelei, beim Arbeiten an der Reinigungsmaschine und weiterhin statisch direkt oberhalb der Beladetüre der Reinigungsmaschine mit vorher geeichten Luftprobensammlern gezogen. Der auf 8 Arbeitsstunden bezogene Schichtmittelwert wurde durch das Analysenlabor mit weniger als 5 mg SOLVONK4/m³ angegeben. An dieser Stelle soll nochmals erwähnt werden, dass für SOLVONK4 bzw. DBM kein raumluftbezogener Grenzwert existiert.

Die Dissertation von C. M. Freitas Dinis von der Bergischen Universität Wuppertal, Juli 2001, behandelt den Abbau von Dialkoxymethanen in der Atmosphäre. Die atmosphärische Lebensdauer von Dibutoxymethan wird auf S. 86 in Tab. 19 mit 8,2 ± 1,1 Stunden angegeben. Der Primärabbau von Dibutoxymethan in der Atmosphäre erfolgt damit sehr schnell. Die Abbauprodukte sind wesentlich wasserlöslicher als das Lösemittel selbst und werden entweder mit dem Regen ausgewaschen oder in der Atmosphäre weiter über Zwischenprodukte abgebaut.
Weitere Literaturdaten über Eigenschaften einer Vielzahl von Alkoxyalkanen findet sich in EFSA Journal (2004) 107, Seite 1 – 59. Verfasser ist der wissenschaftliche Rat für Lebensmitteladditive, Aromen und Materialien, die mit Lebensmitteln in Kontakt kommen.

Kann SOLVONK4 Formaldehyd freisetzen?

Bei der Synthese von DBM wird Formaldehyd mit Butanol unter saurer Katalyse zur Reaktion gebracht. Nach der Herstellung wird das entstandene Produkt neutralisiert und mittels Destillation zu einem Gehalt > 99 % aufgereinigt.

Wenn man sich die Frage stellt, ob Formaldehyd aus dem Herstellungsprozess im Produkt in nennenswerter Menge zurückbleibt, muss man sich zunächst die Siedepunkte beider Substanzen ansehen. Bei Temperaturen oberhalb von – 19 °C ist Formaldehyd ein Gas. SOLVONK4 (DBM) siedet unter Normaldruck bei 180,5 °C. Bei einer Siedepunktdifferenz von knapp 200 °C ist die Formaldehydkonzentration extrem niedrig bis nicht nachweisbar. 

Bei Formaldehyd gibt es eine natürliche Hintergrundbelastung wie z.B. in Innenräumen, die nach einer US-Literaturangabe zwischen 0,03 bis 0,07 mg/m³ liegt. Durch moderne Analytik gibt es in den wenigsten Fällen noch eine klare Null. Meist ist es eine Frage des analytischen Aufwandes, der den Nachweis minimalster Konzentrationen im Bereich der Spurenanalytik möglich macht.

Theoretische Möglichkeit einer Freisetzung von Formaldehyd wäre bei der besagten Acetalstruktur denkbar. Formaldehyd ist ein Gefahrstoff und hat in verschiedenen Ländern unterschiedliche Grenzwerte, welche auf einen 8 Stunden-Arbeitsplatzschichtmittelwert definiert sind. In Deutschland wurde von der Deutschen Forschungsgesellschaft ein Grenzwert vorgeschlagen. Dieser wurde auf 0,37 mg Formaldehyd/m³ festgelegt.

Die während des Reinigungsbetriebes in Wiesbaden an drei Messpunkten gesammelten Luftproben ergaben in allen Fällen eine deutliche Unterschreitung des vorgeschlagenen 8 Stunden-Arbeitsplatzschichtmittelwertes. Die Frage, ob die knapp über der natürlichen Hintergrundbelastung gemessenen Formaldehydkonzentrationen aus dem Raum selbst kommen (Holz, Kunststoffbeschichtungen, Lackierungen etc), aus der Kleidung emittieren (Knitterfreiausrüstung der Textilien, Easyfinish, Bügelfreiausrüstung), im Lösemittel enthalten waren oder erst durch thermische Belastung z.B. beim Trocknen entstanden sind, ist in diesem Konzentrationsbereich nur mit großem analytischen Aufwand zu beantworten.

Wir haben schon früh in Eigeninitiative Kontakt zu der für die Textilpflege zuständigen Berufsgenossenschaft BG-ETEM aufgenommen und in Absprache mit ausgewählten Kunden, Adressen an die Berufsgenossenschaft weitergeleitet. Unsere durch externe Prüflabors ermittelten Messergebnisse haben wir ebenfalls der Berufsgenossenschaft zur Verfügung gestellt.